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DIALOG BASIS
Gentechnik | Foto: Max Klose DIALOG BASIS

Gentechnologie

Getreidefeld | Foto: Max Klose DIALOG BASIS
Verbraucher | Foto: Max Klose DIALOG BASIS
Mais | Foto: Max Klose DIALOG BASIS
Protest | Foto: Max Klose DIALOG BASIS
Forschung | Foto: Pitopia Alexander Raths DIALOG BASIS
Saatgut | Foto: Max Klose DIALOG BASIS

Kaum eine gesellschaftliche Debatte hatte so weitreichende Folgen für die heutige Risikowahrnehmung von Technologien wie die Debatte um die Gentechnologie. Auch die Anforderungen an die Risikokommunikation und Beteiligung gesellschaftlicher Akteure an politischen Entscheidungsfindungsprozessen veränderten sich im Anschluss an die Gentechnologie-Debatte deutlich. Das Team von DIALOG BASIS analysiert die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Gentechnologie-Debatte, um für andere Technologien zu lernen. 

Zusammenfassend lassen sich verschiedene Ursachen identifizieren, warum die Genetechnologie auf dem europäischen Markt weitgehend gescheitert ist, warum dies auch gravierende Auswirkungen auf die internationalen Märkte und landwirtschaftlichen Produzenten hatte, und warum der Einsatz von Gentechnologie dagegen z.B. im pharmazeutischen Bereich als unproblematisch angesehen wird.

ETHISCHE ASPEKTE
Von den Kritikern gentechnisch veränderter landwirtschaftlicher Erzeugnisse wurden verschiedene Konflikte zu tief liegenden Wertemustern angeführt. Prägende Muster, die zur Ablehnung führten sind,

  • dass der Mensch nicht irreversibel in die Natur / Schöpfung eingreifen dürfe (religions-ethisches Wertmuster)
  • dass aufgrund der Durchmischung von Ernten und mangelnder Kennzeichnung die Wahlmöglichkeiten eingeschränkt und deshalb das Recht auf Entscheidungsfreiheit beschränkt sei (ethisches Wertmuster individueller Freiheitsrechte)

NACHHALTIGKEITS-ASPEKTE
Ökonomische und ökologische Argumente der Industrie, die Vorteile für die Landwirte und eine Reduzierung von Pestiziden betonten, standen in Konflikt zu Nachhaltigkeits-Argumenten der Kritiker,

  • dass vor allem in den Entwicklungsländern kleinbäuerliche Strukturen aufgrund der Unfruchtbarkeit des Saatgutes zerstört würden (soziologische Aspekte der Nachhaltigkeit)
  • dass eine unkontrollierte Freisetzung zu irreversiblen Veränderungen von Ökosystemen und Auskreuzungen führen könne (ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit) 

VERSICHERUNGS-ASPEKTE
Die kleinbäuerlichen Strukturen in weiten Bereichen von Europa brachten das Problem der Abgrenzung der landwirtschaftlichen Flächen und der Durchmischung von Ernten beim Abfüllen und Lagern mit sich. Hieraus entstand 

  • eine Haftpflichtproblematik, die den Anbau auch von zugelassenem Saatgut in diesen Strukturen und bei der gegenwärtigen Gesetzeslage nahezu unmöglich macht. Ähnliches galt für die internationale Verschiffung, da die Häfen keine sortenreine Trennung unterhalb der vorgesehenen Grenzwerte garantieren können.
  • Die unzureichende Trennung führte zusätzlich zu Produktrückrufen und Schadenersatz-Klagen, die die Versicherbarkeit von gentechnisch veränderten, landwirtschaftlichen Erzeugnissen stark einschränkte.

Über die rechte Navigation finden Sie demnächst Projekte, Vorträge und Veröffentlichungen des Teams von DIALOG BASIS und verschiedenen Kooperationspartnern im Themenfeld Gentechnologie.  

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