Online-Beteiligung zur Themensammlung für den Thüringer Bürgerrat „Frieden und Diplomatie“

In Thüringen wird ein landesweiter Bürgerrat mit rund 200 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern zum Thema „Frieden und Diplomatie“ in den Jahren 2026 – 2027 durchgeführt. Ziel des von DIALOG BASIS moderierten Bürgerrates ist es, möglichst viele Menschen aus Thüringen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Meinungen und Lebenswegen zu Wort kommen zu lassen. Durch das Verfahren wird insbesondere der sonst eher „stillen Mehrheit“ eine Stimme gegeben und ein konstruktiver Dialog zu verschiedenen Fragestellungen rund um das Thema „Frieden und Diplomatie“ ermöglicht. Ergebnisse des Bürgerrats sollen öffentlich reflektiert und in die Arbeit der Thüringer Landesregierung einbezogen werden.

Weitere Informationen zum Thüringer Bürgerrat finden Sie hier.

 

Online-Beteiligung zu Fragestellungen des Bürgerrates (Für mehr Informationen hier klicken)

Als zentrale Grundlage für den Bürgerrat wird eine Themenlandkarte mit Impulsen aller interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Thüringen erarbeitet. Die Themenlandkarte soll die zentralen Themen der Thüringerinnen und Thüringer zum Thema Frieden und Diplomatie erfassen – welche anschließend im Bürgerrat diskutiert werden sollen. Das Ergebnis soll einen umfassenden Überblick über die Fragestellungen, Interessen und Ideen der Bevölkerung Thüringens abbilden.

Der Entwurf der Themenlandkarte wurde im Rahmen eines Akteursworkshops mit Vertretenden der Thüringer Landesregierung, Landkreisen, Kommunen und Akteuren aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet.

Nun sind Sie dran: Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger aus Thüringen herzlich ein, sich aktiv an der Ausgestaltung der Themenlandkarte bis zum Montag den 08. Juni 2026 zu beteiligen: Nachfolgend können Sie die einzelnen Themenfelder der Themenlandkarte kommentieren, einzelne Themen priorisieren und Ergänzungen vorschlagen.

Ihre Anregungen sind uns sehr wichtig, um ein breites Meinungsbild zu erhalten.
Die Online-Kommentarmöglichkeit erfolgt anonym: Es werden keine personenbezogenen Daten erfasst.

Nach der Frist für Rückmeldungen werden ein zusammenfassender Ergebnisbericht der Online-Kommentierung und die anhand Ihrer Hinweise überarbeitete Themenlandkarte auf der Projektwebseite veröffentlicht. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass einzelne Kommentare nicht individuell beantwortet werden können.

 

Auf dieser Seite können Sie sich am Thüringer Bürgerrat „Frieden und Diplomatie“ beteiligen.

Was ist Ihnen wichtig? Was sind Ihre Themen und Fragen? Aus den Anregungen verdichten wir die Themen für den Bürgerrat und geben Ihre Anregungen weiter.

Die Grafik zeigt einen ersten Überblick was bisher von den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Landrätin und Landräten und über 40 Fachpersonen gesammelt wurde. Und dann sind Sie gefragt!

Die Abbildung gibt einen Überblick über bisher gesammelte Themen zum Thüringer Bürgerrat Frieden und Diplomatie von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Landrätin und Landräten und über 40 Fachpersonen

Machen Sie mit! Schreiben Sie uns, was Sie zum Thema Frieden und Diplomatie bewegt.

Wenn Sie auf den Titel klicken, finden Sie einen Text, der in Auszügen beschreibt, was bisher zusammengetragen wurde.

Themenfeld: Frieden

Frieden ist für viele Menschen mit Freiheit, Demokratie, Respekt, Akzeptanz, Toleranz und Mitmenschlichkeit verknüpft. Dabei schaut Thüringen auf eine lange Tradition mit Elizabeth von Thüringen, Martin Luther, Goethe und Schiller zurück. Später waren in der DDR-Zeit Frieden & Sozialismus eng verknüpft oder während des Kalten Krieges Frieden & (atomare) Abrüstung. Die kirchliche Friedensbewegung hatte große Bedeutung und hat letztlich zur friedlichen Revolution geführt. Zum Thema Frieden heute gehört, dass sich sowohl das Bild von Russland wie auch das der USA geändert hat. Hintergrund sind viele internationale militärische Krisen und Kriege (Ukraine, Nahost, Südamerika). Frieden bedeutet deshalb für viele Sicherheit und Verantwortung. Sie mahnen eine Erinnerungskultur an und wünschen sich, dass gewaltfreie Konfliktlösungen mit zur Bildung gehören sollten. „Nie wieder Opfer oder Täter werden“ ist ein Appell, der sich gegen die Bedrohung des Friedens von innen und außen richtet.

Themenfeld: Diplomatie

Viele Befragte machen sich Sorgen über den Wandel des transatlantischen Verhältnisses, bei dem heute eher der Konflikt als Diplomatie im Vordergrund scheint. Angesichts der Kriege wird der Begriff des Völkerrechts bedeutend. Mit Sorge wird die Schwäche der Vereinten Nationen gesehen und eine neue transatlantische Diplomatie angemahnt, die statt Interessenpolitik den Ausgleich sucht. Zugleich soll die Europäische Zusammenarbeit gestärkt werden. Themen wie Abschreckung, Rüstungskontrolle oder die Haltung zur NATO bekommen eine neue Bedeutung. „Diplomatie muss gewollt sein!“, sagen einige. Das setzt Respekt und Wertschätzung, Kompromissbereitschaft und eine Streitkultur voraus, wird betont. Andere mahnen an, dass Macht und Verantwortung zusammengehören sollten statt Konfrontation und das Recht des Stärkeren. Als Fundament der Diplomatie werden Bildung-, Kultur- und Wissenschaftsaustausch genannt, Netzwerke der internationalen Zusammenarbeit und Städtepartnerschaften.

Themenfeld: Militär & Zivilschutz

Viele sind sehr beunruhigt über die internationale Eskalation und machen sich Gedanken über eine neue Europäische Sicherheitsarchitektur. Wie können wir uns verteidigen? Wie können wir uns schützen? In diesem Themenfeld steht die Bundeswehr mit ihren Standorten in Thüringen, die geostrategische Lage für die NATO-Truppen sowie die Frage der Wehrpflicht und der allgemeinen Dienstpflicht im Zentrum. Frauen in der Bundeswehr bleibt als Thema aktuell. Die Aufgaben der Bundeswehr, Themen wie hybride Bedrohung, Stationierung von Mittelstreckenraketen, Cybersecurity, die Abwehr von Drohnen und Auslandseinsätze werden genannt. Hinzu kommt das Thema Zivilschutz und Resilienz auch in Bezug auf die kritische Infrastruktur. Die gesamte Blaulichtfamilie steht vor neuen Aufgaben (THW, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste). Hier ist Thüringen nach Ansicht vieler gut aufgestellt, wünschen sich aber mehr Bildung in Schulen zu Selbsthilfe und Eigenversorgung.

Themenfeld: Thüringen

Viele Kommentare nehmen Thüringen als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort in den Blick. Im Kontext von Frieden und Diplomatie geht es um zivil-militärische Forschung, die Ansiedlung von Rüstungsindustrie, Chancen für Optik, Photonik, Drohnen und Motoren. Thüringen bietet als Land des Mittelstandes Raum für die Rückansiedelung der Lieferkette. Andere wünschen sich eine Stärkung friedlicher Standortfaktoren wie Tourismus und Kultur im Grünen Herzen Deutschlands, bei der die regionalen Besonderheiten gestärkt werden. Die ländlichen Räume werden ebenso als identitätsstiftend angesehen wie die humanistische Kultur und die religiöse Vielfalt. Diese Themen werden als wichtig angesehen für die Reputation Thüringens, auch um für internationale Studierende, Fachkräfte und Touristen attraktiv zu sein. Betont werden aber auch die kommunalen Pflichtaufgaben, deren Finanzierung zunehmend unsicher wird.

Themenfeld: Bürgerengagement

Solidarität und ehrenamtliches Engagement haben in Thüringen eine lange Tradition und gehören für viele zum Wesen des Freistaats. Wichtige Anker sind die sozialen und kirchlichen Dienste, Organisation für Integration und Inklusion, die Feuerwehren und Vereine, die alle gemeinsam für sozialen Halt sorgen. Kritisch wird angemerkt, dass Kirchenaustritte auch einen Rückgang der sozialen Leistungen bedeuten kann und zukünftig mehr Eigenverantwortung und Ehrenamt gefordert ist. Haupt- und Ehrenamt brauchen sich gegenseitig, um Generationen und Kulturen zu verbinden, Ungleichheit und Diskriminierung zu reduzieren, Einsamkeit zu bekämpfen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verbessern. Es wird auch berichtet, dass es zunehmend zu Angriffen auf engagierte Personen kommt und mehr Schutz benötigt wird.

Themenfeld: Medien

Wie informieren sich Menschen über Frieden und Diplomatie? Worüber berichten Soziale Medien und lokale Presse, Fernsehen und Radio? Viele fragen sich, wie man heute „wahr“ von „falsch“ unterscheiden kann. Angesichts von Desinformation, Filterblasen, Fake-News und „Lügenpresse“ fehlt vielen eine vertrauensvolle Quelle. Diese Tendenzen könnten sich durch Künstliche Intelligenz verstärken, fürchten einige. Medienkompetenz, mehr Differenzierung, Ausgewogenheit und Transparenz der Medien werden als wichtige Themen angegeben. Weitere Akteure wie Bibliotheken, Museen, Hochschulen werden als Informationsquellen genannt.

Themenfeld: Persönliches Umfeld

Einige Kommentare beschreiben eine Distanz zur Politik. Auch dies hat Tradition in Thüringen. „Die da oben“ oder „Man hört uns nicht“ sind Zitate, die Kritik und Misstrauen beschreiben. Der Schutz der Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Redefreiheit wird genannt, ebenso kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe. Für die Menschen stehen Alltagssorgen (Arbeit, Gesundheit, Nahversorgung, Mobilität) im Vordergrund. Es wird eine bestimmte Anspruchshaltung und Mentalität der kritischen Bewertung der Umstände beschrieben. Lebensqualität und Wohnumfeld sollen gestärkt werden. Der Rückzug ins Private (Freunde und Familie) ist ein wichtiger Ausgleich für die Menschen. Thüringerinnen und Thüringer können miteinander „trotzdem grillen“ auch wenn man politisch nicht einer Meinung ist oder die Umstände schwierig sind. Zum Thema Frieden und Diplomatie gehört deshalb auch, den eigenen inneren Frieden und Zufriedenheit zu finden.

Themenfeld: Gesellschaft

Die Themen Frieden und Diplomatie sind eingebettet in viele gesellschaftliche Themen. Der Wunsch eine solidarische Gemeinschaft, Zusammenhalt, gegenseitige Rücksichtnahme und das „Wir-Gefühl“ zu stärken, steht im Vordergrund der Anmerkungen. Gleichheit, Ungleichheit und der demografische Wandel sind wichtige Themen. Eine Befriedung der Gesellschaft, Zuhören statt Reden, eine wechselseitige Kritikfähigkeit, der Wille, Lösungen zu suchen anstelle von Polarisierungen wird angemahnt. Für viele ist sowohl der Blick auf die DDR-Vergangenheit mit den Lebensbiografien der Menschen, der Auflösung von Strukturen und nach wie vor bestehenden Ungleichheiten (medizinische Versorgung, Einkommen, Stadt-Land-Gefälle) wichtig. Andere fragen, welche Handlungsmöglichkeiten angesichts des demografischen Wandels bestehen. Angst erzeugt Ohnmacht und Wut, wird gesagt. Gewünscht werden die Themen wie Jugend und Zukunft, Hoffnung, Zuversicht und Sinn, um Perspektiven zu entwickeln. Hierzu gehört für viele eine Öffnung des Diskurses.

Bitte addieren Sie 4 und 5.

Rückfragen

Für Rückfragen steht Ihnen das Organisationsteam von DIALOG BASIS gerne zur Verfügung: Tel.: 07157 721 33170, E-Mail: mikko.rissanen(at)dialogbasis.de

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